So vermeidest du, ein passiver Spieler zu werden
Einer der Schlüssel, um ein erfolgreicher Pokerspieler zu werden, ist Aggression. Damit ist die Fähigkeit gemeint, in den richtigen Momenten die richtigen Einsätze und Raises zu machen, um den Pot in die Höhe zu treiben oder ihn auf der Stelle zu kassieren.
Passiv zu spielen ist hingegen eine bedeutende Schwachstelle. Auf die Art verpasst du jede Menge Gelegenheiten, um an Chips zu kommen, während deine Gegner Wege finden werden, um deine Spielweise auszunutzen.
Im Folgenden also ein paar Tipps, wie du es vermeidest, ein passiver Spieler zu werden.

Wie gehen passive Spieler das Pokerspiel an?
Passive Spieler kommen im Allgemeinen mit einer risikoscheuen Einstellung an den Tisch. Sie sind nicht scharf drauf, viele Chips in irgendeinen Pot zu geben, wenn sie nicht gerade die Nuts haben, also das bestmögliche Blatt. Darüber hinaus sehen passive Spieler Poker als ein Spiel an, bei dem es nur um die Karten und die Blätter geht, die damit gebildet werden können.
Das ist also die Haltung vieler passiver Spieler, doch wie zeigt sich das in ihrer Spielweise und ihren Einsatzmustern? Passive Spieler tendieren dazu:
- mit einem Limp den Pot zu eröffnen
- Einsätze vor dem Flop nur zu callen
- selten 3-Bets zu setzen
- in Position auf dem Flop weiter zu checken oder Einsätze zu callen
- außer Position zu checken und dann zu callen.
Passive Spieler können loose oder tight sein. Sie können in viele oder sehr wenige Pots einsteigen. Was einen passiven Spieler ausmacht, ist sein Mangel an Aggressivität. Diese Art von Gegner checkt oder callt tendenziell eher, als zu setzen oder raisen.
Warum Aggression beim Poker entscheidend ist
Passiv zu spielen ist ein schwerwiegender Fehler. Wenn du immer nur checkst oder Einsätze callst, ist deine einzige Chance, den Pot zu gewinnen, dass du das beste Blatt bekommst. Auf diese Art zu spielen, bedeutet, sich beim Pokerspiel zu sehr auf die eigenen Karten und ihre Kombinierbarkeit mit dem Board zu konzentrieren.
Wenn du deine Blätter passiv spielst, verpasst du viele Gelegenheiten, um Pots vor dem Flop zu stehlen und nach dem Flop zu bluffen. Selbst mit einem guten Blatt auf der Hand bist du nicht in der Lage, das meiste rauszuholen, wenn du nicht gelernt hast, wann und wie viel du raisen solltest.
Aggressive Spielzüge geben dir mehr Möglichkeiten, den Pot zu gewinnen. Durch Einsätze und Raises stellst du deine Gegner vor schwierigere Entscheidungen und bringst sie möglicherweise dazu, das bessere Blatt zu folden. Und wenn du ein starkes Blatt hast, kannst du nur durch aggressives Spiel den höchstmöglichen Value damit erzielen.
Aggression ist nicht das eigentliche Ziel beim Poker. Letztendlich geht es darum, Chips anzuhäufen und in jeder Situation so viel Value zu generieren wie möglich. Selektive Aggression ist die richtige Methode, um dies zu verwirklichen.
So spielst du weniger passiv
Die meisten Ratschläge, um kein passiver Spieler zu werden, bestehen darin, in den richtigen Situationen mehr Aggression zu zeigen. Indem du sowohl mit Bluffs als auch mit Value-Blättern Einsätze und Raises bringst, hast du mehr Möglichkeiten, Pots zu gewinnen, und bessere Chancen, von deinen Gegnern abzukassieren.

- Hör mit Limpen auf: Mit einem Call den Pot zu eröffnen, ist fast nie eine gute Idee – insbesondere, wenn du versuchst, mit mittelmäßigen Blättern auf passive Weise in Pots einzusteigen. Auf die Art steckst du bloß weiteres „totes Geld“ in den Pot und riskierst, dass jemand raist. Wenn du hingegen mit Raises in Hände einsteigst, kannst du Pots öfter kampflos vor dem Flop gewinnen und Pots aufbauen, wenn du Value-Blätter hast.
- Erwäge auch 3-Bets: Ein Raise zu callen, ist nicht immer eine schlechte Idee, vor allem wenn du nach dem Flop den Positionsvorteil hast. Aber wenn du kein passiver Spieler sein willst, solltest du in der Lage sein, 3-Bets mit einer Range zu setzen, die neben Value-Blättern auch einige Bluffs umfasst. 3-Bets ermöglichen es dir, mehr Pots zu gewinnen, und geben dir die Initiative nach dem Flop mit einer unbegrenzten Range.
- Lerne, zu bluffen: Bluffen ist eine Kunst, und du darfst es damit natürlich nicht übertreiben. Trotzdem ist Bluffen ein bedeutender Teil des Pokerspiels und eine Möglichkeit, um weniger passiv zu spielen. Lerne, wann und wie du richtig bluffst, indem du ein bestimmtes Blatt vortäuschst und deine Einsätze so gestaltest, als ob du es hättest. Eine weitere gute Möglichkeit, mehr Bluffs in dein Spiel zu bringen, ist, mit deinen Draws Semi-Bluffs zu setzen, statt zu checken.
- Verwirkliche auch minimalen Value: Sofern du nicht die Nuts hast, besteht immer das Risiko, dass dein Gegner dich schlägt. Das heißt aber nicht, dass du nur Einsätze wagen solltest, wenn du die besten Karten hast. Du musst lernen, die Range deines Gegners einzuschätzen, und darüber nachdenken, mit welchen schwächeren Blättern er vielleicht callen würde. Lass bei deinen Einsätzen und Raises auch den minimalen Value nicht außer Acht.
- Lerne, zu folden: Passive Spieler sind vielleicht nicht aggressiv, doch sie callen tendenziell zu oft Einsätze – sowohl vor als auch nach dem Flop. Es gibt viele Beispiele dafür. Man sieht immer wieder, wie diese Art von Spieler vor dem Flop mit einem spekulativen Blatt callt, mehrere Einsätze mit einem mittleren Paar callt oder zu viel mit einem schwachen Draw callt. Es geht nicht immer darum, aggressiv zu spielen. Weniger passiv zu agieren, bedeutet manchmal auch, zu wissen, wann ein Fold der richtige Spielzug ist.
Fazit
Weniger passiv zu werden, heißt nicht, dass du anfangen musst, bei jeder Gelegenheit zu setzen oder zu raisen. Was zählt, ist, dass du erkennst, wenn Aggression dir helfen kann, den Pot zu gewinnen oder mehr Value aus einer Hand rauszuholen. Achte auf gute Gelegenheiten, um die Initiative zu ergreifen, Druck auf deine Gegner auszuüben und sie vor schwierige Entscheidungen zu stellen. Hab aber auch keine Scheu, zu folden, wenn die Situation es erfordert. Das richtige Gleichgewicht zwischen aggressivem und vorsichtigem Spiel ist ein wichtiger Schritt, um zu vermeiden, ein passiver Spieler zu werden.
