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Bist du bereit, aufzusteigen?

April 19, 2022
von Raise Your Edge

Der zu schnelle Aufstieg in den Stakes ist die häufigste Ursache dafür, dass Spieler ihre gesamte Bankroll verlieren und das Spiel aufgeben. Wenn du den Schritt auf ein höheres Stake-Level überlegst, solltest du dir sicher sein, dass du darauf auch gut vorbereitet bist.

Die meisten Pokerspieler verlieren entweder Geld auf ihrem aktuellen Stake-Level und versuchen anschließend, es auf höheren Levels zurückzugewinnen, oder sie fangen gleich mit solchen Spielen an, die von vornherein nichts für sie sind.

Es sei denn, du hast so viel Glück wie Mike McDermott in der Schlussszene des Films „Rounders“, solltest du nicht deine ganze Bankroll mit an den Tisch bringen. Tust du dies doch, musst du damit rechnen, dass du ohne eine Bankroll vom Tisch gehst. Wenn du meinst, du bist bereit für den Aufstieg, stelle zuvor sicher, dass du diese fünf Dinge abgehakt hast:

Bankroll-Management

Zuerst einmal musst du ein präzises Bankroll-Management einhalten.

Für Cashgames ist eine Bankroll in Höhe von 40 Buy-ins ausreichend, um mit dem entsprechenden Stake-Level zu beginnen. Wenn du also $1/$2 spielst, wäre es ratsam, 40 Stacks von je $200 (eine $8.000 Bankroll) auf der Kante zu haben. Du kannst auch mit weniger anfangen, aber dann wirst du deine Strategie anpassen und etwas vorsichtiger spielen müssen. D.h. du darfst dich dann nicht auf allzu viele Spielsituationen einlassen, die eine hohe Varianz bergen (High Variance Spots).

20 Buy-ins sind das absolute Minimum, in diesem Fall also eine $4.000 Bankroll für das Stake-Level $1/$2. Wenn du jemals auf unter 20 Buy-ins kommst, ist es an der Zeit, auf ein niedrigeres Stake-Level zu wechseln.

An diesem Punkt spielt deine Disziplin eine äußerst wichtige Rolle für deinen Erfolg: Du musst in der Lage sein, deine Emotionen unter Kontrolle zu haben und dich immer an ein gutes Bankroll-Management halten. Wenn du dies außer Acht lässt und zu schnell aufsteigst, musst du dich darauf gefasst machen, dass du am Ende deine ganze Bankroll verlierst.

Theoretisches Know-how

Fast genauso wichtig wie die Umsetzung eines guten Bankroll-Managements ist es, dein Skill-Level, also dein Spielniveau, gut zu kennen im Vergleich zu dem des Teilnehmerfelds, gegen das du auf dem nächsthöheren Level antreten wirst.

Versuche, diese Frage nicht ganz allein zu klären, sondern auch Gleichgesinnte um Rat und Hilfe zu bitten. Wie gut schätzen sie dich ein? Analysiere deine Statistiken und die des Teilnehmerfelds, mit dem du es zu tun haben wirst. Schau dir Hände an, die auf diesen Stake-Levels gespielt werden: Siehst du Beispiele von verrückten Spielmanövern? Siehst du Fehler in der Spielweise der Teilnehmer bei diesen Stakes, die du dir zunutze machen kannst (Stichwort Exploitation)?

Je mehr Fehler du bei deinen Gegenspielern wahrnimmst, desto besser stehen deine Chancen, dass du gegen dieses Teilnehmerfeld langfristig unter die Gewinner kommst.

Sample-Größe

Ein guter Lauf ist eine tolle Sache, aber den hat jeder mal, selbst solche Spieler, die unterm Strich kontinuierlich verlieren. Du brauchst eine angemessene Sample-Größe, um zu wissen, ob du auf deinem aktuellen Stake-Level ein Gewinner (Winning Player) bist.

Statistisch gesehen ist ein Sample um die 100.000 Hände empfehlenswert, um genau bestimmen zu können, ob du auf einem bestimmten Level unter den Gewinnern bist. In der Praxis ist es allerdings nicht unbedingt erforderlich, 100.000 Hände auf den Low Stakes, also den niedrigen Stake-Levels, zu spielen.

Innerhalb der Low Stakes solltest du dann auf das nächste Level aufsteigen, wenn du über mindestens 30.000 bis 50.000 Hände gerechnet zu den Gewinnern zählst. Dies liegt daran, dass es keinen sehr großen Unterschied beim Skill-Level der Spieler auf den Levels NL5 und denen auf NL25 gibt. Wenn du erst einmal auf den Levels NL50 bis NL100 spielst, solltest du auf jeden Fall eine Weile bei deinem Stake-Level bleiben und dir 50.000 bis 100.000 Hände als Ziel setzen, bevor du den Aufstieg machst.

Mindset

Das richtige Mindset, also deine Einstellung, ist entscheidend beim Aufsteigen in den Stakes.

Viele Spieler sind eingeschüchtert von dem Geld auf den höheren Levels und machen sich zunehmend Sorgen über das Skill-Level ihrer Gegner. Dies bringt sie dazu, in letzter Minute zu versuchen, ihre Spielweise umzustellen, womit sie sich selbst ins Abseits schießen.

Du musst in der Lage sein, die Konzentration aufrechtzuerhalten und dein Spiel zu spielen. Stelle sicher, dass du am Tag des Starts ausgeruht und guter Laune bist. Mach am besten im Vorfeld Sport und ernähre dich gesund und geh dann gut vorbereitet ins Spiel. Mach nicht das, was die meisten machen, nämlich einen impulsiven Versuch, frühere Verluste auf deinem regulären Stake-Level wieder zurückzugewinnen.

Plane den Tag, an dem es so weit ist, im Voraus und eigne dir eine Erfolgsmentalität an. Weitere Mindset-Tipps findest du in diesem Artikel vom Mindset Coach bei Raise Your Edge Bahman Zarghami.

Community

Last but not least: Tu dich mit Gleichgesinnten zusammen, die von dir Rechenschaft über dein Bankroll-Management und dein Skill-Level fordern.

Andere Spieler um dich herum zu haben, mit denen du zusammen wächst, wird die Weichen für deinen Pokererfolg stellen. Es ermöglicht dir auch, bedeutend besser und effizienter zu lernen und bessere Entscheidungen zu treffen in Bezug auf den Aufstieg in den Stake-Levels.

Tritt einem Discord-Server bei wie dem Raise Your Edge-Server: Hier findest du Tausende aktiver Mitglieder, die genau wie du an ihrem Pokerspiel arbeiten. Stell Lerngruppen zusammen, mach gemeinsame Hand-Analysen und hol dir Feedback ein, bevor du den Sprung auf ein höheres Stake-Level machst. Mit anderen Pokerfreunden gemeinsam durch die Höhen und Tiefen zu gehen, wird dir die Motivation geben, weiterzumachen, selbst dann, wenn die Zeiten hart sind.

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