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So spielst du auf dem Small Blind gut

August 16, 2022
von Raise Your Edge

Beim Spielen vom Small Blind als erster noch aktiver Spieler in der Hand machen die meisten Pokerspieler große Fehler, die sich drastisch auf ihre Gewinnrate (Winrate) auswirken. Tatsächlich könnte der Small Blind die Position am Tisch sein, die am häufigsten falsch gespielt wird.

Der allergrößte Fehler auf dem Small Blind

Der größte Fehler, den Spieler von dieser Position machen, ist es, zu zurückhaltend zu spielen, wenn alle vor einem gefoldet haben. Sie scheuen sich davor, Blätter zu spielen wie Zehn-Sieben offsuit (T-7o), Bube-Sieben suited (J-7s) oder 9-2 suited (9-2s), weil sie der Meinung sind, dass sie besser „auf der sicheren Seite“ spielen sollten. Welchen Unterschied macht schließlich ein halber verlorener Big Blind (BB) aufs Ganze gesehen?

Normalerweise ist „tight is right“ („tight ist korrekt“) das richtige Mantra fürs Pokerspiel, und zwar insbesondere für Anfänger. Jedoch bildet der Small Blind sogar für Neulinge eine Ausnahme von dieser Regel.

Denk einmal darüber nach: Wenn wir bereits 1/2 BB vor dem Flop investiert haben und alle vor uns gefoldet haben, müssen wir nur noch einen weiteren 1/2 BB bezahlen, um den Flop zu sehen. In den niedrigen bis mittleren Stakes spielen die Spieler in der Regel nicht aggressiv genug vom Big Blind aus, als dass du dafür „bestrafst“ werden könntest. Genau genommen werden sie wahrscheinlich in über 70% aller Fälle mit einem Check reagieren. Das heißt, dass du selbst mit Blättern wie Bube-7 suited (J-7s) und 9-3 suited (9-3s) einen Limp machen kannst, um zu versuchen, zum Flop zu kommen.

(Du findest in diesem Artikel wichtige Tipps für das Spielen vom Big Blind).

Wie du im Small Blind mit einem Raise umgehst

Wenn du es mit einem Raise zu tun bekommst, solltest du etwas vorsichtiger vorgehen bei der Entscheidung, ob du verteidigst, denn der Spieler im Big Blind hat in diesem Fall wahrscheinlich etwas Gutes auf der Hand. Spieler greifen den Small Blind in der Regel nicht in ausreichendem Maß an. Ein Raise statt eines Checks deutet also auf etwas Starkes hin. Insbesondere dann, wenn dein Gegenspieler auf mehr als 3 BB erhöht, solltest du deine weniger guten und mittelmäßigen Blätter niederlegen und nur mit solchen weitermachen, mit denen du einen sehr guten Flop treffen kannst.

Zu viel vom Small Blind zu folden kann deine Winrate auf lange Sicht stark verringern. Jedes Mal, wenn du vor dem Flop einfach foldest, verlierst du 1/2 BB. Nach 100 Händen im Small Blind macht das einen Verlust von 50 BB.

Versuch stattdessen einen Limp vor dem Flop, um billig den Flop zu sehen, und mach dann einen Angriff (einen „Stab“) mit einer C-Bet. Oft wird dein Gegner angesichts deiner aggressiven Spielweise aufgeben, was es dir ermöglicht, eine Reihe kleiner Pots einzuheimsen – dies gilt insbesondere für die Low Stakes.

Faustregel für Raises

Des Weiteren solltest du mit solchen Blättern wie As-6 offsuit (A-6o) oder Bube-10 offsuit (J-10o) einen Raise machen. Auf eine 3-Bet vom Big Blind hin kannst du immer noch folden, doch wirst du damit oftmals den Pot kampflos gewinnen, wenn dein Gegner foldet. Merke dir als Faustregel für die Low Stakes: Mach mit deinen schwächsten Blättern einen Limp, mit deinen mittelmäßigen Blättern einen Raise/Fold und einen Raise/Call (oder Raise/4-Bet) mit deinen besten Blättern.

Wenn du bisher ziemlich tight vom Small Blind gespielt hast, fange erst einmal klein an und arbeite dich dann hoch. Du musst nicht gleich dazu übergehen, 85% deiner Startblätter von dieser Position aus zu spielen. Wenn du bisher 50% spielst, gehe zuerst auf 55% hoch, dann auf 60% – erweitere deine Range langsam, während du dich umstellst.

Genau wie beim Heads-up-Spiel ist Blind vs. Blind eine Situation, in der wir mit sehr weiten Ranges spielen sollten, um unsere Gewinne zu maximieren. Ziehe einen Vorteil aus der Spielweise schlechterer Spieler im Big Blind und fang an, mehr Startblätter in dieser Position zu spielen.

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