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Spielanleitung: Single Raised Pots ohne Position

Mai 18, 2022
von Raise Your Edge

Eines der Post-Flop-Szenarien, in denen du dich am Pokertisch am häufigsten wiederfinden wirst, ist der „single raised Pot“ (SRP), also ein Pot, bei dem es vor dem Flop eine einzige Erhöhung gegeben hat.

Wenn sie in später Position sitzen und den Vorteil haben, als Letzter am Zug zu sein, sind viele Spieler von Anfang an in diesen Situationen ziemlich zuversichtlich. Doch was ist, wenn du außer Position und als Erster dran bist?

Glücklicherweise gibt es eine einfache Grundregel, die dir helfen wird, eine solide Strategie in diesen Situationen beizubehalten. Sie wird dir außerdem die Zuversicht geben, Bets auf den Flops zu machen, die deiner Range zugutekommen, und Checks auf denen, die besser für die Range deiner Gegenspieler sind.

Schauen wir uns also diese Regel einmal genauer an.

Die Regel „zwei oder mehr Sets“

Für diese Regel nehmen wir an, dass wir Under the Gun (UTG) einen Raise gemacht haben und unser Gegner einen Call auf dem Button (BTN).

Bei der Analyse dieser Situation wollen wir uns zuerst anschauen, was die GTO-Strategie (d.h. nach dem Prinzip „Game Theory Optimum“) wäre. Wir möchten also wissen, bei welchen Flops GTO-Solver-Programme in diesem Szenario eine Bet empfehlen würden und bei welchen einen Check.

Die konsistente Umsetzung einer GTO-Strategie ist so gut wie unmöglich für die große Mehrheit aller Spieler. Dennoch kann jeder den Sachverhalt in vereinfachter Form in leicht einzuhaltende Regeln umwandeln, die auf dem Ergebnis der besagten Solver-Programme basieren.

Wenn wir außer Position sind, nachdem wir vor dem Flop einen Raise gemacht haben, werden die Solver-Programme bei solchen Flops mit mindestens zwei niedrigen Karten (2 bis 9) oft einen Check empfehlen und eine Bet oft bei solchen mit mindestens zwei hohen Karten (Zehn bis As).

Diese Strategie bleibt weitgehend konsistent für die meisten Flops in GTO-Simulationen. Der Grund ist, dass das Solver-Programm erkennt, wann man den Nut-Vorteil hat und wann nicht: Der Spieler, dessen Range die stärkeren Blätter ermöglicht als die Range seines Gegenspielers, hat auch das bestmögliche Blatt (die Nuts) öfter als sein Gegner es haben kann.

Um diese Regel zu vereinfachen, können wir unsere Post-Flop-Entscheidungen außer Position kurzerhand darauf basieren, welche möglichen Sets (Drilling aus Pocket-Paar und einer Gemeinschaftskarte) es gibt. Wenn für unseren Gegenspieler auf dem Flop zwei Sets oder mehr möglich sind, machen wir mit 100% unserer Range einen Check. Wann immer zwei oder mehr hohe Karten auf dem Flop kommen, machen wir mit 100% unserer Range eine kleine Bet in Höhe von 1/4 oder 1/3 des Pots.

Wenn du dir die Ranges näher anschaust, wird diese Regel Sinn ergeben. In dem besagten Szenario (UTG Raiser gegen BTN Caller) würden wir annehmen, dass der BTN vor dem Flop in der Regel nur mit mindestens Bube-Bube oder höher eine 3-Bet setzen wird, jedoch mit vielen niedrigeren Paaren einen Call machen wird, um manchmal ein Set zu treffen („Set Mining“).

Wenn auf dem Flop KQ2 kommt, kann der Caller auf dem BTN eigentlich nur ein mögliches Set haben (22), denn mit König-König oder Dame-Dame hätte er vor dem Flop wahrscheinlich eine 3-Bet gesetzt. Dies ist unser Vorteil, den wir ausschöpfen können, indem wir, als der Spieler außer Position, auf diesem Flop mit 100% unserer Startblätter eine Bet setzen.

Das Gegenteil ist der Fall auf einem Flop wie 672. Als der Pre-Flop-Caller kann der Spieler auf dem BTN bei diesem Board alle drei möglichen Sets haben (66, 77 und 22). Dies wiederum heißt, dass er derjenige ist, der Druck auf uns ausüben kann. Wir sollten bei diesem Board mit allen Blättern einen Check machen, sogar mit As-As, und zwar, um unsere Range zu beschützen (Stichwort: „Protection“).

Zu oft eine C-Bet zu setzen ist ein häufiger Fehler von vielen Spielern. Schau dir am besten diesen Artikel an, in dem du drei einfache Tipps findest, wie du es vermeidest, dass du dich mit C-Bets, 3-Bets und 4-Bets angreifbar machst (Stichwort „Self Exploitation“).

Wenn du diese eine Regel befolgst, wirst du keine großen Fehler mehr mit C-Bets außer Position machen. Versuch immer, dir bewusst zu machen, wie deine Range und die deines Gegenspielers aussehen und wie die beiden auf unterschiedlichen Boards im Vergleich zueinander abschneiden.

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